20 Jahre „Mare – Zeitschrift der Meere“

kosmo 31 - mare.jpg
mare No. 101, 2013. Es war einmal in Sibirien. Tiksi, einst ein wichtiger Hafen an Russlands arktischer Küste, ist heute eine Stadt im Niedergang. Foto©Evgenia Arbugaeva

Der großformatige Jubiläumsband zeigt Fotografien aus 20 Jahren mare-Reportagen. Offensichtlich scheint die „einzigartige Perspektive vom Meer her“ zu belegen, daß für Menschen, die am Meeresrand oder von ihrer Arbeit mit und auf dem Meer leben,  in unserer Gesellschaft kein wirklicher Platz mehr ist. Es handelt sich bei den ausgewählten Protagonisten fast ausschließlich um „Randexistenzen“: Bedrängte, Abgehängte, Aussteiger, Vertriebene, Flüchtlinge, Wartende, Vergessene oder nostalgisch einstiger Größe Nachtrauernde. Krank und elend, arm und bedürftig leben sie von dem, was das Meer anschwemmt oder gerade noch zum Überleben bereit hält – sei es von Leichenknochen oder  bedrohtem Meeresgetier. Ein Lächeln blitzt nur ab und an auf den Gesichtern sehr junger Frauen auf, die im Trostspenden an einsame Seeleute ihr Glück an diesen oftmals weltverlorenen Orten suchen.

Beeindruckend schön und beeindruckend melancholisch!                                     red

mare. Fotografien aus 20 Jahren, hrsg. von Nikolaus Gelpke. 320 S. Leineneinband mit Schmuckschuber. Nummerierte Auflage. 89 €. mareverlag, Hamburg 2017

Advertisements