20 Jahre KOSMOPOLIS – Interkulturelle Zeitschrift aus Berlin (1997-2017)

 

kosmo 31 - humboldt
Vogelschauperspektive des im Bau befindlichen „Humboldt-Forums“ als eine Replik des einstigen Barock-Schlosses der Preußenkönige.
Zeichnung von Dmitrji Chmelnizki, 2017.

Vor 20 Jahren, im Juni 1997, erschien die erste Ausgabe von KOSMOPOLIS – Interkulturelle Zeitschrift aus Berlin. Damals hatten wir uns vorgenommen, Künstler und Schriftsteller, bewährte Profis und mutige Anfänger, aus Megametropolen und Großstädten aller fünf Kontinente zu unterschiedlichsten Themen zur Mitarbeit anzuregen. Das ist uns bis heute gelungen.

Unsere Herausgeber und Autoren wechselten und brachten je nach kulturellem Schwerpunkt neue thematische Herausforderungen ein. Disziplinenübergreifend argumentierten sie kosmopolitisch zu uralten Sehnsüchten und aktuellen Sujets. Und je schwieriger das politische Umfeld der freien Meinungsäußerung wurde, angesichts von religiös-motiviertem Terror, autoritärer Meinungsbeschneidung und überreizter politischer Korrektheit, umso vehementer schrieben sie gegen die Risse, Brüche, Zerstörungen, Schwächen, Wunden, Nöte und Verhängnisse einer scheinbar immer kleiner und uniformer werdenden Welt an.

Um die Jubiläumsausgabe zu feiern, haben wir einige unserer langjährigen Autoren gebeten, ganz nach freien Stücken ohne thematische Vorgabe von seiten der Herausgeber, ihren Beitrag zu formulieren.

KOSMOPOLIS – Interkulturelle Zeitschrift aus Berlin erscheint auch nach 20 Jahren als ein Produkt aus Leidenschaft. Alle Mitwirkenden, ob Autoren, Zeichner, Fotografen, Herausgeber oder Redaktion arbeiten ausschließlich honorarfrei, darunter auch Bestseller-Autoren wie der Spanier Manuel Vázquez Montalbán, der Mexikaner Homero Aridjis, chinesische Dissidenten wie Yang Liang oder die deutsche Literaturnobelpreisträgerin 2009, Herta Müller, und der peruanische Literaturnobelpreisträger 2010, Mario Vargas Llosa. Vor vier Jahren eröffneten wir zusätzlich zur gedruckten Ausgabe ein digitales Angebot im Internet unter babylonmetropolis.wordpress.com, auf welchem Vorab-Veröffentlichungen unserer Zeitschriften-Beiträge für ein breites Publikum zugänglich wurden.

Herausgeber und Redaktion

Aus dem Inhalt:

– Dmitrij Chmelnizki *  Weltkultur-Sehnsucht in Berlin. Das „Humboldt-Forum“

– Ronald & Ursula Daus * Paklai – Französisch-laotische Reminiszenzen am Mekong

– Luis Pulido Ritter * Eusebio A. Morales und die Stadt Colón

– 20 Jahre „mare – Zeitschrift der Meere“

– Peter B. Schumann * Von Anfang bis Ende: Zensur in KUBA

– Andrea Moretti  * Wie das Art Déco und die Schokolade nach Montevideo kamen

– Claudia Opitz-Belakhal * Die Eifersucht der Orientalen. Über Herrschaft und Leidenschaft  in Montesquieus „Perserbriefen“ (1722)

– Die Macht exotischer Verführung. Der Fotograf Jimmy Nelson in Berlin

– In Berlin und anderswo: Von Berlin nach Astana zur Expo 2017 * Bollwerk gegen die Barbaren * Ein Haus aus Stein * Blutige Spuren * 20 Jahre „Asia Pacific Weeks“ : Constructing Culture. Hong Kong’s West Kowloon Cultural District“ bei Aedes in Berlin  * Von der Leidenschaft des Entdeckens und Eroberns im Nordpazifik * Afrikas Schätze des Islam beim „Institut du monde arabe“  in Paris

– Neue Bücher: Künstliche Universen * Weltstadtgefühle und Dorfgeborgenheit * Kartenzauber * Die Welt als Naturwunder * Vom Glück im Fremdsein * Literarisches Zirkeln * Ganz zum Schluss

In dieser Ausgabe finden sich Rezensionen zu Neuerscheinungen aus den Verlagen: DOMpublishers Berlin; Kehrer Verlag, Heidelberg; Unionsverlag, Zürich; Weidle Verlag, Bonn; Hans Schiler Verlag, Berlin/Tübingen; Philipp von Zabern/WBG, Darmstadt; Monsun Verlag, Hamburg; Park Books, Zürich; Scheidegger & Spiess, Zürich; Theiss Verlag/WBG, Darmstadt; S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main; edition.fotoTAPETA, Berlin; Berenberg Verlag, Berlin; Taschen Verlag, Köln.

editorial 1
„Teile Dein Essen mit Luis“. 
Mit neuen Technologien lassen sich uralte Menschheitsprobleme angehen. 
Auf der Facebook-Seite des „Social Meal Project“ in Durban können Spender 
direkt mitverfolgen, was aus ihren 15 Rand (ca. 1 €) für Obdachlose geleistet wird.

 

20 Jahre „Asia Pacific Weeks“ in Berlin 2017 bei Aedes – Architekturgalerie

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Blick auf das städtische Entwicklungsareal „West Kowloon Cultural District“ in Hongkong.
Foto© West Kowloon Cultural District Authority

Mit der Ausstellung “CONSTRUCTING CULTURE. Hong Kong’s West Kowloon Cultural District” präsentierte das Aedes Architekturforum vom 27. Mai bis 13. Juli 2017 einen für Urbanisten und Architekten besonders eindrucksvollen Aspekt der „Asia Pacific Weeks“. In asiatischen Megametropolen wird nicht gezögert, Mega-Immobilien-Projekte mit einem ansprechenden Kulturmäntelchen zu umgeben und innerhalb weniger Jahre ganze Stadtteile auf reklamiertem Land aus dem Boden zu stampfen. Eine global bekannte Riege erfahrener Großprojekt-Investoren und -Architekten steht anscheinend immer bereit, ihre mittlerweile nicht mehr ganz so gewagten, sondern eher abrufbereiten Entwürfe dafür anzubieten. In diesem Sinne zitieren wir hier auch gerne einmal die Pressemitteilung der Galerie: „Mit dem West Kowloon Cultural District, direkt am berühmten Victoria-Hafen Hongkongs, entsteht derzeit eines der größten und ambitioniertesten Kulturprojekte weltweit. Der neue Stadtteil bietet Raum für die lokale Kunstszene, Theater, Museen, Restaurants, Läden, Büros und Hotels. Die Ausstellung gibt einen Einblick in den Planungs- und Entwicklungsprozess des Quartiers und seine Rolle als Katalysator für traditionelle und zeitgenössische Kultur, sowie innovative Stadtentwicklung. Das neue Stadtquartier wird zahlreiche neue Kulturbauten erhalten, die von international führenden Architekten realisiert werden – so z.B. das Museum ‚M+‘ von Herzog & de Meuron, das Opernhaus ‚Xiqu Centre‘ von Bing Thom Architects, das ‚Lyrid Theatre‘ von UN Studio und das ‚Palace Museum‘ von Rocco Design Architects. Mit dem Art Park, einer Hafenpromenade und weiteren Plätzen und Terrassen, wird das 23 ha große Areal zudem ein wichtiger Naherholungsraum für die Bewohner und Besucher aus aller Welt.“

Während des Planungs- und Bauvorbereitungsprozesses diente dieser Teil von West Kowloon in den vergangenen fünf Jahren zahlreichen künstlerischen Performances, Festivals und Ausstellungen, wie etwa zeitgenössische chinesische Kunst, Hongkonger Neon-Schilder, aufblasbare Riesenskulpturen sowie regelmäßige Aufführungen der traditionellen chinesischen Oper. Die Leere mit Kultur erfüllen und den bedrängten Bewohnern der am dichtest besiedelten Metropole der Welt einen Auslauf ermöglichen, das will dieses ambitionierte Projekt manifestieren.  red                    

Weitere Infos: http://www.apwberlin.de; http://www.aedes-arc.de. Zu der Architekturausstellung erscheint ein Katalog.

 

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